
Emanuel Moór und sein Duplex-Piano
Der Komponist Emanuel Moór betrat 1920 Neuland. Er hatte die Vision, das Klavier der Zukunft zu bauen. Sein Duplex-Piano entstand aus dem Zeitgeist der Spätromantik und bietet noch mehr Klangfarben und mehr Klangfülle. Es verkörpert die Idee, mit nur einem Instrument das Orchester zu imitieren.
Beim gewöhnlichen Klavier bewirkt ein Tastenanschlag den Anschlag eines Hammers auf die Saite. Beim Duplex-Piano lassen sich zwei Hämmer koppeln: ein Tastenanschlag bringt dann zwei Töne gleichzeitig hervor, den eigentlichen, zur Taste gehörigen und den eine Oktave darüber. Diese Verdopplung der Töne führt im Forte zu einer ungeahnten Klangfülle, im Piano zu einer zauberhaften Brillanz der Klänge. Die beiden Manuale ermöglichen Schichtungen: Eine Hauptstimme kann auf dem unteren Manual verdoppelt und somit klanglich reicher dargeboten werden und die Begleitstimme auf dem oberen in einfacher, unverdoppelter Form. Emanuel Moór konnte die feinsten Manufakturen für seine Erfindung begeistern: Bechstein, Bösendorfer und Steinway. Und die renommiertesten Orchester, Dirigenten und Solisten nutzten sein Duplex-Piano. Moór entwickelte auch die Streichinstrumente neu: Er erfand eine neue Deckenform für die Geige, die Bratsche und das Cello. Die Instrumente von Emanuel Moór gerieten in Vergessenheit. Heute entdecken wir das Duplex-Piano und seine faszinierenden, musikalischen Möglichkeiten wieder. Foto: Raimar von Wienskowski
Für die großzügige Leihgabe des Flügels gilt Heikedine Körting ein ganz besonderer Dank des Veranstalters. Ebenso herzlich und nachdrücklich bedankt sich der Veranstalter bei der Moór-Stiftung für ihre wertvolle Transportunterstützung.
Ohne dieses Engagement wäre das diesjährige Grande Finale nicht möglich gewesen.
Florian Uhlig 
„Florian Uhlig spielt meisterhaft. Die Interpretationen lassen sich mit allerhöchsten Beispielen vergleichen. Bei dieser erstaunlich originellen CD handelt es sich um ein Ereignis.“ (Süddeutsche Zeitung)
So urteilte der Kritikerpapst Joachim Kaiser über eine im Jahr 2009 erschienene Einspielung mit Beethovens Klaviervariationen für das Label hänssler CLASSIC. Seitdem veröffentlichte Florian Uhlig bei diesem Label rund 30 weitere Aufnahmen, die von der internationalen Fachpresse hoch gelobt und mit Auszeichnungen bedacht wurden: das Gesamtwerk für Klavier und Orchester von Robert Schumann und Dmitri Schostakowitsch, Klavierkonzerte von Ravel, Poulenc, Françaix, Debussy und Penderecki, sowie das Gesamtwerk für Klavier solo von Ravel und Schumann. Der 19-bändige Schumann-Zyklus wurde u.a. mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2021, mit einem OPUS KLASSIK 2022 und mit dem Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau 2023 geehrt.
Florian Uhlig wurde in Düsseldorf geboren und gab mit zwölf Jahren seinen ersten Klavierabend. Er studierte am Royal College of Music und an der Royal Academy of Music in London, wo er seine Ausbildung mit dem Konzertexamen abschloss. Weitere wichtige Impulse erhielt er durch die Arbeit mit Peter Feuchtwanger und durch seine Promotion an der University of London über die Rolle des Interpreten im Kontext des musikalischen Gattungsbegriffs. Bei Florian Uhlig verbinden sich Gegensätze auf ungewöhnliche Art und Weise. Einerseits ist er in der deutschen Musiktradition verwurzelt, mit der man Ernsthaftigkeit, Stil und Struktur verbindet. Andererseits entwickelte er während seines jahrelangen Aufenthaltes in London einen individuelleren Umgang mit dem musikalischen Werk als auf dem „Kontinent“ üblich: pointierte Freiheiten, exzentrische Repertoire-Kombinationen und Neugier auf musikalische Raritäten.
Sein Orchesterdebüt gab Florian Uhlig 1997 im Londoner Barbican. Seitdem führt ihn eine rege Konzerttätigkeit in die bedeutendsten internationalen Säle. Er konzertiert mit Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, dem Beijing Symphony Orchestra, der Deutschen Radio Philharmonie, der Dresdner Philharmonie, der Hong Kong Sinfonietta, dem Polnischen Radio-Sinfonieorchester, dem Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela, dem National Symphony Orchestra of Taiwan, dem Kammerorchester des Bayrischen Rundfunks, dem Stuttgarter Kammerorchester und dem Wiener Kammerorchester. Seine künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn mit Dirigenten wie Krzysztof Penderecki, Josep Caballé, Claus Peter Flor, Eivind Gullberg Jensen, Kristjan Järvi, Michail Jurowski, Michael Sanderling und Gerard Schwarz.
Einladungen zu Festivals führten Florian Uhlig u.a. zu den Beethovenfestivals in Bonn und Warschau, zum Casals Festival, zu Lorin Maazels Castleton Festival, zum Menuhin Festival Gstaad, zum Hong Kong Arts Festival, zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, France Musique Paris, zum Schleswig-Holstein Musik Festival, zu den Schwetzinger Festspielen und den Wiener Festwochen.
Neben seiner solistischen Tätigkeit ist Florian Uhlig ein vielgefragter Kammermusiker und Liedpianist. Er war der letzte Partner des legendären Baritons Hermann Prey.
Im Jahr 2009 rief Florian Uhlig in Südafrika das Johannesburg International Mozart Festival ins Leben. Als Künstlerischer Leiter lenkt er seitdem die Geschicke dieses Festivals, das zusätzlich zu hochkarätig besetzten Symphonie-, Chor-, Kammer- und Solokonzerten wichtige Impulse im Bereich interdisziplinärer künstlerischer Projekte, zeitgenössischer Musik, sowie Jugendförderung und gesellschaftlicher Integration setzt.
2014 zum Professor für Klavier an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden ernannt, folgte Florian Uhlig im Oktober 2019 einem Ruf an die Musikhochschule Lübeck. Er gibt Meisterkurse in Deutschland, in der Schweiz, in Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, China, Südkorea, Kanada und in den USA.
Im Mai 2015 wurde Florian Uhlig in London die Ehrenmitgliedschaft der Royal Academy of Music verliehen.
Foto: Marco Borggreve
David Stromberg 
David Stromberg sucht nach neuen Hörererlebnissen – sei es mit dem modernen Cello, dem Barockcello oder dem Cello piccolo. Ihn fasziniert die Alte Musik wie auch die Neue Musik, er sucht in der Improvisation nach neuen Ausdrucksformen, arrangiert altbekannte Meisterwerke, sodass sie in einem neuen Gewand erscheinen und er forscht nach vergessenen Instrumenten. Sein Cellostudium absolvierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg in der Klasse von Prof. Wolfgang Mehlhorn sowie am Musikinstitut Schloss Edsberg in Stockholm bei Prof. Frans Helmerson.
Im Jahr 2022 brachte David Stromberg die CD-Gesamtaufnahme der Solosuiten für Cello von Johann Sebastian Bach auf Barockinstrumenten auf den Markt. Um die Aufführungspraxis des Barock zu erlernen, nahm er intensiv Unterricht bei Barockmusikern. „So gestaltet er einerseits eine zusammenhängende Welt der sechs Suiten wie auch eine zielgenaue Hinwendung zu den Details jedes Satzes und jeder Phrase”, Pizzicato Magazin. „Eine Herausforderung mit glücklichem Ausgang“, Crescendo Magazin. Die vorliegende CD-Gesamtaufnahme der Sonaten für Cello und Klavier von Ludwig von Beethoven ist seine zweite Einspielung mit historischem Cello. Hierbei war es der Musikwissenschaftler Clive Brown, der ihm die Aufführungspraxis der Klassik nahebrachte.
Die Improvisation beschäftigt David Stromberg seit langem und er gab Meisterkurse zum Thema „Improvisation von Kadenzen in klassischen Solokonzerten“ an Musikhochschulen (z. B. an den Musikhochschulen in Hamburg, Nürnberg, Detmold, an der UdK Berlin und am Orchesterzentrum Dortmund). Es fasziniert ihn gemäß der klassischen Aufführungspraxis improvisierte Verzierungen und Kadenzen in Beethovens Musik einzubringen.
Seine Ausbildung hat David Stromberg auf dem modernen Cello durchlaufen und mit diesem Instrument realisierte er folgende Projekte: Seine CD „Transition“ erschien in Kooperation mit Deutschlandradio. Er spielt darauf das Cellokonzert von Schumann, die Rokoko-Variationen von Tschaikowski sowie weitere romantische Charakterstücke in seinen eigenen Bearbeitungen für Cello und Bläserquintett. Diese Bearbeitungen hat er im Sikorski Musikverlag veröffentlicht. „Ein ganz neuer Charakter. Das ist hörenswert!“, SWR2. „Die Werke erfahren eine neue Eindringlichkeit“, NDR Kultur. „Glasklare Kostbarkeiten“, Concerti Magazin. Die CD wurde „CD der Woche“ beim SWR. Weitere Rezensionen erfolgten z. B. in den Printmedien „Die Welt“, „Wiener Zeitung“ und „sonic Magazin“.
In Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk nahm David Stromberg eine CD mit Solo- und Kammermusikwerken von Emanuel Moór auf. Zentrales Werk war das Doppelkonzert für zwei Celli und Orchester. Im Zuge dieses Projektes fiel ihm auf: Der Komponist Emanuel Moór war auch Erfinder. Er entwickelte das Duplex-Piano, ein Klavier mit zwei Manualen und einzigartigen Klangmerkmalen. Es ermöglicht die Verdopplung der Töne durch Oktavierungen und bietet so im Forte eine enorme Klangfülle und im Piano eine zauberhafte Brillanz. Seine CD „Sonatas for Cello and Duplex-Piano“ erschien im Mai 2023. Zusammen mit Florian Uhlig (Opus Klassik, Deutscher Schallplattenpreis) nahm er Sonaten von Moór, Dohnányi und Strauss auf. „Ihr zupackend direktes Musizieren macht das erregte Innenleben der Werke bestens hörbar.“ Pizzicato Magazin. „Faszinierendes Album“, Südwest Presse. Die CD wurde im RBB, NDR, SWR, WDR, BR, Deutschlandradio sowie im Österreichischen und Schweizer Rundfunk vorgestellt.
Nach dieser Wiederentdeckung des Duplex-Pianos initiierte David Stromberg mit diesem Instrument die „Emanuel Moór Konzerte“ in der Elbphilharmonie Hamburg. Er musizierte darin u.a. mit Mirijam Contzen, Shirley Brill, Sophia Jaffé, Andrej Bielow, Denis Goldfeld, Niklas Liepe, Hartmut Rohde und Florian Uhlig am Duplex-Piano zusammen. Für diese Konzertreihe entwickelt er Education-Projekte, um gerade auch jungen Zuhörern die klassische Musik zu vermitteln. Foto: Alex Dyak
Boris Faust 
Boris Faust ist mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe, u.a. in England beim Lionel-Tertis-Wettbewerb und in Italien beim Vittorio-Gui-Wettbewerb sowie beim Wettbewerb der Deutschen Industrie. 1992 erhielt er ein Stipendium beim Deutschen Musikwettbewerb.
Als Solist unternahm er Konzerte und Einspielungen mit verschiedenen Orchestern, u.a. mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Bremer Philharmonikern, dem Heilbronner Kammerorchester, der Philharmonie Baden-Baden und der musica assoluta Hannover.
Als gefragter Kammermusiker konzertierte er auf Festivals wie dem Edinburgh-Festival, dem Kronberg-Festival, dem Mendelssohn-Festival Hamburg u.v.a. mit namhaften Solisten wie Boris Pergamenschikow, Andras Schiff, Kim Kashkashian, Rainer Kussmaul, Jean-Guihen Queyras, Tanja Becker-Bender, Isabelle Faust, Lisa Jacobs, Paul Meyer, Gustav Rivimius, Tanja Tetzlaff, Denis Goldfeld, Pavel Gililov, Thomas Carroll u.v.a.
Seit 1997 ist Boris Faust 1. Solobratschist der Bremer Philharmoniker und war als Solobratschist Gast bei den Hamburger Philharmonikern, Hessischen Rundfunk, Dresdner Staatskapelle, Dresdner Philharmonie, Basler Sinfonieorchester, NDR Hannover, Staatsoper Hannover, der Deutschen Oper Berlin und vielen weiteren.
Daneben spielte er bei den Bayreuther Festspielen.
Im Arnold-Quartett der Kammerphilharmonie Bremen nahm er sämtliche Quartette von Arnold Schönberg auf. Er ist Mitglied des Ensemble Obligat, mit welchem er mehrere CDs herausbrachte.
Die musikalische Zusammenarbeit mit seiner Schwester Isabelle Faust brachte 2012 eine vielbeachtete CD mit dem Klavierquartett von Carl-Maria von Weber hervor (Harmonia Mundi), welche u.a. mit dem französischen „Diapason d‘ Or“ und dem „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ ausgezeichnet wurde.
– 2016 wurde mit ihr das Werk „Echos“ für Violine, Viola und Orchester von Thorsten Encke uraufgeführt.
– 2024 ist eine gemeinsame CD mit Werken von Benjamin Britten bei Harmonia
Mundi erschienen, die mit dem „Gramophone Award“ ausgezeichnet wurde.
Boris Faust gibt regelmäßig Meisterkurse im In-und Ausland.
Seit 2014 ist er Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Foto: Julia Windhoff
Denis Goldfeld 
Ist ein international renommierter Künstler von beeindruckender Lyrik, angeborener Musikalität und atemberaubender Virtuosität. Er gehört heute zu den herausragenden Musikern seiner Generation. Von der Fachpresse gelobt für unverwechselbaren Ton, tiefempfundene, vielfältige, reife Interpretationen und exzeptionelle geigerische Fähigkeiten, zeichnen sich seine Konzertauftritte durch künstlerische Eigenständigkeit und Individualität aus.
Als Sohn einer Musikerfamilie in Ufa (ehem. UdSSR) geboren, gewann er mit 11 Jahren den Nationalen Russischen Violinwettbewerb. 1990 lud ihn Zakhar Bron nach Lübeck ein, um dort sein Meisterschüler zu werden. Während seiner Studienzeit gewann Denis Goldfeld internationale Wettbewerbe wie den Wieniawski- und Oistrakh- Violinwettbewerb und errang zahlreiche Preise, darunter den Verbier Festival Academy Preis, überreicht von Isaac Stern. Hierdurch gelangte er zu internationalem Ansehen. Er spielt mit renommierten Musikern wie Pavel Gililov, Henri Sigfridsson, Nicolas Altstaedt, Sergei Nakariakov, Lera Auerbach, Eldar Nebolsin, Cedric Tiberghien, Vassili Lobanov, Sofja Gülbadamova, Alexander Rudin, David Geringas und gibt Soloabende in Europa, den USA (Carnegie Weill Recital Hall), Asien, Russland und Israel. Denis Goldfeld ist Gast bedeutender Festivals, wie Schleswig-Holstein, Colmar, Biarritz, Korsholm, Musiikkia Rouvessi, Musiksommer Tours, Rheingau, Dias da Musica em Belem in Lissabon, Shandellee Music Festival in USA, Oberstdorfer Musiksommer sowie Adam Chamber Music in New Zealand.
Als Solist konzertiert er mit Orchestern wie dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin, dem Moskauer Philharmonischen Orchester, dem St.Petersburger Akademischen Sinfonieorchester, dem Philharmonischen Orchester Helsinki, der NDR Radiophilharmonie, dem MDR Sinfonieorchester, dem Ural Philharmonic Orchestra, den Hamburger Symphonikern, dem Estonian National Orchestra, dem Singapur Symphony Orchestra, dem Orchestre National Bordeaux Aquitaine, dem National Taiwan Symphony Orchestra, dem Münchner Kammerorchester, den Moskauer Solisten, dem Radio-Symphonieorchester Wien im Musikverein Wien, dem Kroatischen Rundfunk-Symphonieorchester, sowie den Philharmonischen Orchestern von Freiburg, Lübeck, Rostock, Würzburg, Wuppertal, Tampere, Besançon, Nancy und Sarajevo unter der Leitung von Dirigenten wie Andrei Boreyko, Yuri Bashmet, Eivind Gullberg Jensen, Günther Herbig, Vassili Sinaiski, Alexander Dmitriev, Dmitry Lyss, Okko Kamu, Christoph Poppen, Lawrence Renes, Sir Donald Runnicles, Lan Shui, Uroš Lajovic, Arnold Katz, Bruno Weil, Aleksandar Marković, Howard Griffiths, Enrico Calesso um nur einige zu nennen.
Zahlreiche CD-Einspielungen u.a. für Sony Classical, MCA Classic, Hänssler Classic und Zig-Zag Territoire liegen vor. Foto: Dan Hannen
