Lebensabend im Garten
Ein Garten für die zweite Lebenshälfte
Mit dem Lebensalter verändert sich meist auch, wie Menschen ihren Garten nutzen wollen und können. Wie schafft man es, dass das private Fleckchen Grün bis ins hohe Alter zum eigenen Leben passt? Ein Gartenprofi gibt Auskunft.
Wer in die Gestaltung seines Gartens investiert, ist gut beraten, ihn nicht nur für das Hier und Jetzt zu konzipieren, sondern auch darüber nachzudenken, wie er sich für spätere Lebensphasen anpassen lässt, etwa die Zeit, in der man den Garten zwar weiterhin genießen möchte, ihn aber wegen körperlicher Einschränkungen nicht mehr so nutzen und vor allem pflegen kann wie früher. „Mit einem durchdachten Konzept lässt sich ein Garten so gestalten, dass er bis ins hohe Alter erlebbar bleibt“, verspricht Gartengestalter Torsten Koplin.
Auf sicheren Wegen
Doch was macht einen altersgerechten Garten eigentlich aus? Wichtig ist zum Beispiel seine Zugänglichkeit. „Wo möglich, verzichten wir auf Stufen, legen bei geringen Höhenunterschieden eher Wege mit leichtem Gefälle an“, berichtet Gartenprofi Koplin. Diese Wege sollten breit und mit ebenem, rutschfestem Bodenbelag ausgestattet sein. „Dann sind sie bei jedem Wetter sicher begeh- und sogar mit Rollator oder Rollstuhl befahrbar.“
Eine integrierte Beleuchtung sorgt hier für zusätzliche Sicherheit in den Abendstunden. Ist der Bau einer Treppe unumgänglich, so sorgen flache Stufen und vergrößerte Podeste, auf denen sich Sitzgelegenheiten für kleine Verschnaufpausen platzieren lassen, dafür, dass Gärten am Hang auch für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, begehbar bleiben.
Gartenmomente erleben
Gärten sind Kraftquellen, der unmittelbare Kontakt mit der Natur tut Körper und Seele nachweislich gut. Deshalb ist es für ältere Menschen schön, wenn sich in ihren Gärten gut erreichbare Plätze finden, auf denen sie sich niederlassen und von denen aus sie die Natur um sich herum in Ruhe beobachten und genießen können. „Wir schaffen gerne Anlaufstellen für die unterschiedlichen Tageszeiten“, berichtet der Experte. „Eine Bank in der Morgensonne, ein Schattenplatz für die Mittagsruhe oder eine West-Terrasse für den Abend laden zur Rast und bieten gleichzeitig unterschiedliche Perspektiven auf den Garten. So kann man im Grünen auftanken und dabei eigentlich vertraute Bereiche immer wieder neu entdecken und erleben.“
Entlastetes Gärtnern
Viele Gartenbesitzer möchten auch oder gerade im Alter im Rahmen ihrer körperlichen Möglichkeiten aktiv gärtnern. Dafür sind zum Beispiel Hochbeete eine gute Wahl. Sie ermöglichen rückenschonendes Arbeiten und sorgen gleichzeitig dafür, dass man Pflanzen auch im Sitzen bequem erreichen, zum Beispiel an ihnen schnuppern kann, ohne sich bücken zu müssen. Schwerere und lästige Routinearbeiten wie Mähen oder Gießen kann man heute smarten Helfern wie einer automatisch gesteuerten Bewässerung oder einem Mähroboter überlassen. Einmal installiert und programmiert, erledigen sie verlässlich ihre Aufgaben. Gelegentliche Wartungen genügen.
Wer also Barrieren weitgehend abbaut, auf vielfältige Gartenerlebnisse setzt und für Sicherheit und Entlastung sorgt, hat gute Chancen, die Kraft seines Gartens bis ins hohe Alter hautnah erleben zu können.
