Die Oberneulander Hecke wächst weiter
Lebensraum, Lernort, Gemeinschaftsprojekt
Bei freundlichem Herbstwetter setzten engagierte Oberneulander heimische Sträucher wie Weißdorn, Faulbaum und Pfaffenhütchen. Die jährliche Pflanzaktion hat sich längst zu einer festen Tradition entwickelt und zeigt, wie wirkungsvoll gemeinschaftlicher Naturschutz im Stadtteil sein kann.
Die Idee zur Oberneulander Hecke entstand vor ca. fünf Jahren, als im Stadtteil der Wunsch wuchs, mit einer zusammenhängenden Pflanzung aus heimischen Sträuchern Lebensräume für Vögel und Insekten zu schaffen. Daraus entwickelte sich eine gemeinsame Initiative von Landwirt Hajo Kaemena, dem NABU Bremen und Derik Eicke, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter und Sprecher der Deputation für Umwelt, Klima und Landwirtschaft. Seitdem wird das Projekt gemeinschaftlich Jahr für Jahr fortgeführt und weiterentwickelt.
In diesem Jahr fand die Pflanzaktion erstmals auf dem Klatte-Hof statt. Der Heimatverein Oberneuland stellte das Gelände zur Verfügung und die Vorstandsmitglieder Rolf Junge und Uli Stecker packten tatkräftig mit an. „Eine tolle Aktion, die zeigt, wie gut unser Stadtteil zusammenarbeitet“, sagte Rolf Junge begeistert.
Eine große Unterstützung erhielt das Projekt erneut von Dietrich Kretzschmar, der eine umfangreiche Fuhre Kompostboden zur Verfügung stellte. Bereits im vergangenen Jahr half er mit großem Engagement – und ist inzwischen ein fester Mitorganisator der Oberneulander Hecke. Sein gartenbauliches Know-how bereichert die Arbeit spürbar.
Auch die Organisatoren zogen ein positives Fazit. Hajo Kaemena sagte: „Die Hecke ist für mich ein echtes Generationenprojekt. Sie wächst jedes Jahr ein Stück weiter – und mit ihr auch die Artenvielfalt auf unseren Flächen.“
Derik Eicke ergänzte: „Ob Hecke, Wildwiese oder Blühoase – wir bauen Schritt für Schritt Bausteine für mehr Naturschutz in Oberneuland. Und das funktioniert, weil Menschen hier gemeinsam anpacken.“
Die frisch gepflanzten Sträucher sind wertvolle Lebensräume für Vögel, Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Arten. So entsteht ein wachsendes Biotop, das die Biodiversität stärkt und zugleich ein Lern- und Begegnungsort für den Stadtteil wird. Die Hecke ist dabei nur ein Teil eines breiten Netzwerks an Naturschutzprojekten: Auf dem Wildbienenlehrgelände von Hajo Kaemena gibt es bereits einen bestehenden Lehrpfad zur Hecke, sein Wildwiesenprojekt (www.kaemena-blueht.de) schafft weitere wichtige Blühflächen. Ergänzend setzt Derik Eicke mit der Aktion „1000 Blühoasen für Oberneuland“ zusätzliche Impulse, indem Wildblumensamen an Bürger verteilt werden.
Für das zweite Halbjahr 2026 ist nun eine Erweiterung des Bildungsangebots geplant: Auf dem Klatte-Hof soll ein zweiter Lehrpfad entstehen, der die dortigen Sträucher erklärt und das bereits bestehende Angebot auf dem Hof Kaemena sinnvoll ergänzt. Beide Lehrpfade werden künftig gemeinsam ein zusammenhängendes Natur- und Lernangebot im Stadtteil bilden. Zur Eröffnung ist ein kleines Fest vorgesehen.
Text: Derik Eicke, Foto: Nils Rossow
