Ein Fest ganz in Orange
Die 24. Oberneulander Kürbiswette
Wenn in Oberneuland die Kürbisse auf die Waage kommen, wird aus einem Herbstnachmittag ein echtes Stadtteilereignis. Auch die 24. Oberneulander Kürbiswette lockte wieder zahlreiche Besucher auf den Festplatz vor dem Gemeindehaus – mit großen und kleinen Kürbissen, fantasievollen Präsentationen, kulinarischen Spezialitäten und einem Programm, bei dem besonders die jüngsten Gäste auf ihre Kosten kamen.
Zwar fielen die Kürbisgewichte in diesem Jahr wetterbedingt etwas „leichter“ aus und auch die Zahl der gewogenen Kürbisse blieb hinter den Vorjahren zurück. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Es wurde ausgelassen gefeiert, gefachsimpelt, gestaunt und natürlich gespannt auf die entscheidende Frage gewartet: Welcher Kürbis bringt in diesem Jahr das meiste Gewicht auf die Waage?
Die Antwort kam schließlich aus Grasberg. Der Wanderpokal der Oberneulander Kürbiswette geht erneut an die Familie Blendermann. Volker Blendermann setzte sich mit einem Kürbis von 86,9 Kilogramm an die Spitze. Auf Platz zwei folgte sein Bruder Dietmar Blendermann mit einem rund zehn Kilogramm leichteren Exemplar. Damit heißt es in diesem Jahr: Grasberger-Doppelsieg für Familie Blendermann.
Damit wurde aus dem Wettbewerb nicht nur ein Sieg für die Familie, sondern gleich ein eindrucksvoller Bruder-Doppelsieg.
Dass die Kürbisse in dieser Saison nicht ganz die Dimensionen früherer Jahre erreichten, war dabei durchaus Thema. Das trockene, heiße Wetter hatte den Pflanzen offenbar weniger optimale Wachstumsbedingungen beschert. Umso mehr wurde deutlich, wie viel Arbeit, Geduld und Erfahrung hinter einem stattlichen Wettbewerbskürbis stecken. Von der Aussaat im Mai über die Pflege durch den Sommer bis zum großen Tag auf dem Festplatz vergeht schließlich eine lange Zeit. Wer einen Kürbis zur Oberneulander Kürbiswette bringt, bringt deshalb immer auch ein Stück Gartenleidenschaft mit.
Für die richtige Spannung rund um die Waage sorgte einmal mehr Alexander Falz. Der Moderator führte souverän durch das Programm, hielt die Aufmerksamkeit des Publikums hoch und verstand es, Teilnehmer wie Zuschauer gleichermaßen mitzunehmen. Wenn die Kürbisse nacheinander präsentiert werden und sich die entscheidenden Zahlen auf der Waage abzeichnen, gehört die Spannung längst zum festen Ritual der Kürbiswette. Auch in diesem Jahr wurde mitgefiebert, geraten und kommentiert, bis das Ergebnis schließlich feststand.
Neben dem Gewicht spielt bei der Oberneulander Kürbiswette traditionell auch die Fantasie eine wichtige Rolle. Denn gesucht wird nicht nur der schwerste, sondern auch der am schönsten und originellsten präsentierte Kürbis. Dieser Titel ging erneut nach Oberneuland: Die Kürbisgemeinschaft Hodenberger Deich konnte sich zum zweiten Mal in Folge über die Auszeichnung für die schönste Präsentation freuen. Und wer die aufwendige Inszenierung gesehen hat, konnte nachvollziehen, wie viel Arbeit darin steckt.
Das diesjährige Motto war die „Black Pearl“ aus „Fluch der Karibik“. Die Präsentation wurde über das gesamte Jahr hinweg komplett in Eigenarbeit vorbereitet, aufgebaut bzw. hergestellt. Damit wurde aus der Kürbiswette einmal mehr eine Bühne für kreative Ideen, handwerkliches Geschick und jede Menge Leidenschaft. Der Erfolg der Kürbisgemeinschaft Hodenberger Deich zeigt zugleich, dass die schönsten Beiträge nicht einfach kurzfristig entstehen: Hinter einer solchen Präsentation steckt ein ganzes Jahr Vorbereitung.
Überhaupt lebt die Kürbiswette nicht allein von den Wettbewerbskürbissen. Auch die schönste Sonnenblume und die größte Sonnenblumenblüte blieben ebenfalls in Familienhand. Die stolzen Preisträger sind das Oberneulander Paar Annika und Jörg Lindemann. Den Preis für die längste Sonnenblume ergatterte Tobias Schmidt.
Rund um das eigentliche Geschehen hatte sich wieder ein buntes Fest entwickelt, das Besucher aus Oberneuland und Umgebung zusammenbrachte. Beim Kürbisschnitzen konnten sich kleine und große Künstler ausprobieren, beim Kinderschminken entstanden fantasievolle Gesichter. Beim Stand von Bremerland konnten Kinder und Erwachsene ausprobieren, wie Kühe gemolken werden. Eine lehrreiche Aktion, die nicht nur bei den jüngsten Besuchern sehr gut ankam, denn auch die Erwachsenen hatten Spaß am Ausprobieren. Auch kulinarisch drehte sich vieles um den namensgebenden Herbstklassiker. Die Familie Bornhöft steuerte eine Kürbissuppe bei, von Edeka-Maaß gab es Kürbisbrot, dazu wurden von Bornhöfts eigens hergestellte Kürbis-Marmeladen angeboten. Wer es etwas herzhafter mochte, konnte zu Bratwurst und Brezeln greifen. Für Erfrischung sorgten die leckeren Milchshakes aus regionaler Bremerland-Milch. Und auch die traditionelle Kuchentheke durfte nicht fehlen: Im Gebäude des evangelischen Kindergartens wurden verschiedene Kuchen angeboten, die bei den Festbesuchern regen Zuspruch fanden.
Eine wichtige Rolle spielte auch in diesem Jahr die evangelische Kirchengemeinde. Sie stellte neben dem Festplatz den Getränkewagen zur Verfügung und unterstützte das Fest mit zahlreichen helfenden Händen.
Als die Kürbisse gewogen, die Gewinner gekürt und die Preise verteilt waren, war der Festtag längst noch nicht vorbei. Für die jüngsten Besucher ging es mit einer Kinderdisco mit DJ Fabian weiter.
Die 24. Oberneulander Kürbiswette hat damit einmal mehr gezeigt, was dieses Fest seit vielen Jahren auszeichnet: Es geht um Wettbewerb und um Gewichte, aber ebenso um Gemeinschaft, Kreativität, Begegnungen und die Freude am gemeinsamen Feiern.
Und natürlich richtet sich der Blick bereits auf die nächste Saison. Denn dann steht ein ganz besonderes Jubiläum an: Die Oberneulander Kürbiswette wird zum 25. Mal ausgetragen. Nach dem Bruder-Doppelsieg der Familie Blendermann, der fantasievollen „Black Pearl“ vom Hodenberger Deich und einem rundum gelungenen Fest dürfte die Vorfreude auf die Jubiläumswette bereits jetzt groß sein. Klar ist jedenfalls: Die Kürbisse werden wieder wachsen, die Ideen werden sprießen – und ganz Oberneuland wird gespannt sein, wer beim 25. Mal die Nase beziehungsweise den Kürbis vorn hat.
– Die Sieger –
- Volker Blendermann 86,9 kg
- Dietmar Blendermann 76,8 kg
- Dirk Müller 58,5 kg
- Laura Stock 50,8 kg
- Dietrich Kretzschmar 50,2 kg
- Wuppi’s aus Blockdiek 50,2 kg
- Engelbert Bornhöft 45,7 kg
- Karsten Farwick 43,1 kg
- Michel Helms 42,0 kg
- Angelika Bornhöft 39,4 kg
Bester Newcomer: Frederike Marwege
Der schönste Kürbis: Michel
Der hässlichste Kürbis: Trump
Der kleinste Kürbis: Löffler
Die schönste Präsentation:
Kürbisgemeinschaft am Hodenberger Deich
Die längste Sonnenblume: Tobias Schmidt
Die größte Sonnenblumenblüte: Jörg Lindemann
Die schönste Sonnenblume: Annika Lindemann
Foto: Studio Shanice Allerheiligen
