Das SaSu bleibt
Wichtiger Erfolg für die Jugendarbeit in Oberneuland
Gute Nachrichten für die Kinder- und Jugendarbeit in Oberneuland: Das Freizi SaSu der Bürgerinitiative Jugendzentrum Oberneuland bleibt auch künftig institutionell gefördert. Im Rahmen der Neuordnung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bremen wurde beschlossen, die Einrichtung dauerhaft zu fördern und künftig mit zwei Vollzeitstellen auszustatten.
Ausgangspunkt war die neue Finanzierungssystematik für die Offene Kinder- und Jugendarbeit, die vom Jugendhilfeausschuss eingeführt wurde. Im Zuge der Neuordnung wurden von einer Arbeitsgruppe Qualitätsstandards entwickelt, die für jedes Jugendzentrum gelten sollten. Vor allem die Besetzung während der gesamten Öffnungszeit mit zwei voll ausgebildeten Sozialarbeitern war eine für viele kleine Freizis schwer zu nehmende Hürde und so war zu befürchten, dass das Freizi SaSu durch einen „zu guten“ Sozialindex und zu wenig Personalstellen keine institutionelle Förderung mehr erhalten könnte.
Für viele Menschen im Stadtteil war dies kaum nachvollziehbar. Das SaSu ist seit über 50 Jahren ein fester Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit in Oberneuland und gehörte mit Gründung 1973 zu den ersten Freizeiteinrichtungen dieser Art in Bremen. Bis 1991 wurde die Einrichtung vollständig durch Spenden aus dem Stadtteil finanziert.
Bis heute zeichnet sich das SaSu durch eine in Bremen einzigartige Struktur aus: Verwaltung und Organisation werden vollständig durch den tragenden Verein sowie durch ehrenamtliches Engagement getragen. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Overhead-Kosten, wie sie bei großen Trägerstrukturen üblich sind. Die öffentlichen Mittel kommen somit unmittelbar der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zugute.
Breite Unterstützung
Nachdem Anfang August letzten Jahres die Pläne bekannt geworden waren, formierte sich schnell Widerstand gegen den Wegfall der Förderung.
Der Oberneulander Bürgerschaftsabgeordnete Simon Zeimke (CDU) besuchte gemeinsam mit der jugendpolitischen Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Hetav Tek, noch im August die Einrichtung und sprach mit den Mitarbeiterinnen, Lina-Marie und Jana, vor Ort. Für beide stand anschließend fest, dass das SaSu eine unverzichtbare Rolle für den Stadtteil spielt.
„Als wir erfahren haben, dass die institutionelle Förderung auf der Kippe steht, war für uns klar, dass wir uns für den Erhalt einsetzen müssen. Dass die Förderung nun fortgesetzt wird und die Einrichtung künftig mit zwei Vollzeitstellen ausgestattet wird, ist eine gute Nachricht für den gesamten Stadtteil“, erklärt Simon Zeimke.
Auch der Träger des SaSu, die Bürgerinitiative Jugendzentrum Oberneuland, setzte sich mit großem Engagement für den Erhalt der Einrichtung ein. Bei einem Treffen mit den Mitgliedern des Bildungsausschusses wurden Maßnahmen erarbeitet. Darunter auch eine Petition, die gemeinsam mit der Beirats- und Jugendsprecherin von Oberneuland, Tamina Kreyenhop, vorbereitet wurde, innerhalb kurzer Zeit rund 860 Unterschriften sammelte.
Bereits im September 2025 waren die Jugendpolitischen Vertreter Oberneulands, Tamina Kreyenhop (CDU) und Cemal Kocas (Grüne) mit den beiden Mitarbeiterinnen des SaSu im Sozialzentrum, um die Besonderheit des Jugendzentrums SaSu herauszustellen und die Nutzung der Gebäude von weitaus mehr Jugendlichen durch die vielen sonstigen Angebote (Judo/Taekwondo, Hip-Hop, Jugendbeirat, Schulen) bekannt zu machen. Dies sollte sich als ausschlaggebend herausstellen, denn im Sozialzentrum war bis dahin nicht bekannt, wie stark das SaSu im Stadtteil genutzt wird und dass durch das hohe ehrenamtliche Engagement fast 85 % der Gelder direkt in der Jugendarbeit landen.
Parallel dazu initiierte die CDU-Fraktion im Beirat Oberneuland entsprechende Beschlüsse und setzte sich für den Erhalt der Einrichtung ein. Unterstützt wurde der Prozess auch durch Ortsamtsleiter Matthias Kook, der den Dialog zwischen Stadtteil, Verwaltung und Politik begleitete.
Für Hetav Tek zeigt die Entscheidung, wie wichtig eine starke Jugendarbeit in den Stadtteilen ist: „Jugendarbeit lebt von Verlässlichkeit. Kinder und Jugendliche brauchen feste Ansprechpartner und Orte, an denen sie willkommen sind. Das SaSu erfüllt diese Aufgabe seit Jahrzehnten mit großem Engagement. Deshalb freue ich mich, dass die wichtige Arbeit der Einrichtung auch künftig abgesichert wird.“
Auch Beiratssprecherin Tamina Kreyenhop begrüßt die Entscheidung: „Die große Unterstützung aus dem Stadtteil hat gezeigt, welchen Stellenwert das SaSu für Oberneuland hat. Die vielen Unterschriften und die Beschlüsse des Beirats sowie die enge Zusammenarbeit von Beirat und SaSu haben ein starkes Signal gesendet. Es freut mich vor allem, dass damit die starke ehrenamtliche Arbeit des Trägers gewürdigt wird und unser aller Engagement nun erfolgreich war.“
Starkes Signal für Oberneuland
Mit der Entscheidung bleibt nicht nur eine traditionsreiche Einrichtung erhalten. Die künftige Ausstattung mit zwei Vollzeitstellen schafft zugleich eine verlässliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Angebots.
Für viele Familien, Kinder und Jugendliche in Oberneuland ist das eine wichtige Nachricht. Das SaSu bleibt auch künftig ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und der Unterstützung – und damit ein unverzichtbarer Bestandteil des Stadtteils.
Text: Simon Zeimke
