Wassersparender Garten
Ganzjährig abwechslungsreich und spannend
Eines der Themen, bei denen es im Garten eines Umdenkens bedarf, ist der Umgang mit Wasser, das immer mehr zur Mangelware wird. Doch wie schafft man es, einen Garten für ein Zuwenig des Lebenselixiers zu rüsten und ihn dabei auch noch ganzjährig attraktiv aussehen zu lassen? Mit Malte Leucht von Leucht Gärtner von Eden aus Stuhr gibt ein versierter Gartengestalter Auskunft zu den vielfältigen Aspekten, die Wassermanagement im Garten hat.
Wasser ist eine wertvolle Ressource, kann bei einem Zuviel oder Zuwenig aber auch schnell zu einem handfesten Problem werden. Deshalb denken Gartenprofis bei ihren Planungen Wassermanagement immer mit. Malte Leucht gibt seinen Kunden den Rat, sich bei der Gartengestaltung den gegebenen klimatischen Bedingungen anzupassen, um einen Garten zu schaffen, der trotz mitunter verrückt spielender Jahreszeiten, vor allem mit extremer Trockenheit, ganzjährig abwechslungsreich und spannend ist.
Die Pflanzenauswahl ist das A und O
„Über die Pflanzenwahl können wir sehr gut den Wasserbedarf eines Gartens steuern“, fasst Malte Leucht zusammen. Der Gartenfachmann arbeitet immer mehr mit Pflanzkombinationen, die mit wenig Wasser auskommen und dennoch attraktiv aussehen, und beginnt auch gleich mit einer langen Aufzählung trockenheitsverträglicher Pflanzen, die von Prachtkerze bis Schafgarbe und von Witwenblume bis Wollziest reicht.
Ein bemerkenswerter Trockenkünstler ist beispielsweise auch die Katzenminze – ein blauer Dauerblüher. Weiß- und Sanddorn kommen ebenfalls sehr gut mit Trockenheit zurecht, genauso wie Sommerflieder, Vogelbeere und Essigbaum.
Gute Bodenvorbereitung
„Die Zukunft gehört sicher den Tiefwurzlern“, fasst der Pflanzenexperte zusammen. „Sie bekommen auch in langen Trockenphasen und bei niedrigem Grundwasserspiegel aus tiefen Bodenschichten ausreichend Wasser.“ Deshalb ist auch der Gartenklassiker Rose für die veränderten Bedingungen gut gerüstet.
Ein weiterer wichtiger Faktor für die Vitalität von Pflanzen ist der Boden: Eine ausbalancierte Mischung von Sand, größeren Körnungen und hochwertigem Mutterboden ist eine gute Voraussetzung dafür, dass der Pflanzgrund einerseits Regenwasser speichern kann und auf der anderen Seite so durchlässig ist, dass in regenreichen Phasen und bei Starkregen überschüssiges Wasser versickern kann und weder lokale Überschwemmungen noch Staunässe entstehen.
Wie gießen?
Auch bei optimaler Pflanzenauswahl kommt kaum ein Garten ganz ohne Gießen aus, der Wasserbedarf lässt sich aber auch darüber steuern, wie man gießt. Der Experte rät, selten, dafür aber intensiv zu wässern. „So wird der Boden auch in tieferen Schichten durchfeuchtet, die Pflanzen bilden tiefere Wurzeln aus und können sich auch bei länger ausbleibendem Regen versorgen“, erklärt Malte Leucht.
Um die Verdunstung von Gießwasser zu minimieren, empfiehlt er außerdem eine Abdeckung der Beetflächen mit hochwertigem Mulchmaterial, zum Beispiel aus Lavagestein.
Regenrückhaltevorrichtungen sollten ebenfalls Teil eines durchdachten Wassermanagementkonzepts für den Garten sein. Dabei geht es in erster Linie darum, das Regenwasser, das von Dachflächen herunterläuft, zu speichern. Das verhindert bei großen Niederschlagsmengen in kurzer Zeit das Überlaufen der Kanalisation. Außerdem steht das Niederschlagswasser dann den Pflanzen auf dem Grundstück zur Verfügung – entweder, weil es über die Regenrückhaltevorrichtung allmählich im Boden versickert oder weil es in einem am besten unterirdischen Wasserspeicher als Gießwasservorrat dient.
Wassermanagement im Garten hat viele Aspekte, die alle direkt oder indirekt miteinander in Beziehung stehen und ist damit ein komplexes Thema, das man auf jeden Fall mit einem Profi angehen sollte.
